Nachdem die Versorgung mit Sicherheitsupdates Mitte 2014 ausgelaufen ist, tönt es überall "XP ist unsicher". Das ist nur bedingt richtig. Microsoft lanciert die Meldungen natürlich gezielt um das ungeliebte Windows 8 verkaufen zu können. Je nachdem wo und wie man Windows XP verwendet bleibt der Rechner auch ohne Windows Upgrade sicher.

Kriterien für den sicheren Betrieb von Windows XP

Ich habe eine aktive Firewall und einen aktuellen Virenscanner installiert

Benutzen Sie einen aktuellen (!) Virenscanner. Die Windowseigene Firewall, die seit dem Service Pack 2 Bestandteil von XP ist, lässt sich weiter benutzen. Aber auch andere Hersteller von Sicherheitssoftware werden Windows XP noch lange Zeit unterstützen.

Ich benutze meinen PC privat und nicht in einem Firmennetzwerk

Windows XP sollte in einem größeren Netzwerk nicht mehr eingesetzt werden, da es als (relativ) unsicheres System die Sicherheit der anderen Rechner untergräbt und für neue Sicherheitslücken (Exploits) anfällig ist.

Ich verwende immer die gleichen Programme und installiere keine unbekannten Downloads

Computerviren verbreiten sich nicht über die Luft. Sie brauchen ein Einfallstor. Das sind häufig Downloads und seltener Sicherheitslücken in Webbrowsern und Erweiterungen wie Mediaplayern und Addons wie Flash. Neben Downloads verbreiten sich Trojaner und Viren vor allem über E-Mails. Gerade diese Verbreitungswege erfordern auch immer ein Zutun des Nutzers und sind vollkommen unabhängig vom Betriebssystem problematisch.

Ich verwende keinen Internet Explorer, Media Player oder sonstige Microsoft Programme

Während der IE und die anderen beigefügten Programme für Windows XP nicht mehr gewartet werden, ist das bei den Programmen anderer Hersteller natürlich nicht so. Voraussetzung sind allerdings regelmäßige Updates. Aber das ist ein Problem welches auch bei neueren Windows Versionen besteht. Browser wie Google-Crome und Firefox halten sich automatisch aktuell. Generell gilt; Programme die Dateien von externen Quellen öffnen (Webbrowser, Mediaplayer, Bildverarbeitungsprogramme usw.) sollten immer aktuell sein.

Ich mache regelmäßig Backups meiner privaten Daten

Auch diese Regel gilt eigentlich für alle Betriebssysteme. Leider wird sie viel zu selten beachtet.

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Fazit

Abgesehen von Computern in Firmennetzen und öffentlichen Bereichen wie Jugendeinrichtungen, Bibliotheken, Schulen usw. ist Windows XP durchaus weiter nutzbar.
Neue und zukünftige Programme werden sich meist nicht mehr unter XP installieren lassen. Für neue Hardware fehlen oft die Treiber für Windows XP. Ein genauer Blick auf die Produkthomepage der geplanten Neuanschaffung (z.B. Drucker, Scanner etc.) erspart Frust und Ärger.

Besonders private Benutzer, die ihren Rechner nur gelegentlich zum Surfen und Briefeschreiben benutzen, sollten sich nicht irritieren lassen. Solange sie vorsichtig sind und die verwendeten Programme aktuell halten, einen guten und aktuellen Virenscanner einsetzen, können sie mit einem Upgrade warten, bis ein neuer Rechner fällig ist.

Erfahrene Nutzer, die den PC nicht zum Spielen benutzen, können außerdem erwägen Windows XP als virtuelles System unter Linux zu verwenden. Sofern man keine exotische Hardware verwendet, gehören dadurch z.B. Treiberprobleme der Vergangenheit an und das System lässt sich mit einem Mausklick wieder in den Ursprungszustand versetzen.